Nach der deutlichen Auswärtspleite am 19. September 2026 im Derby gegen Germania List, wollte Hannover 78 im Heimspiel seinen Fans eine bessere Leistung zeigen.
Mit dem aktuellen Tabellenletzten Heidelberger Ruderklub (HRK) bot sich vor heimischer Kulisse eine willkommene Möglichkeit zur Wiedergutmachung. In der letzten Saison hatte Hannover 78 die Heidelberger am Schnellen Graben mit 41:5 besiegt, im Rückspiel mussten die Niedersachsen mit einer 15:22 Niederlage aus Heidelberg zurückkehren.
Erfahrene Spieler
Gleich acht Stürmer standen Trainer Mark Kuhlmann aus unterschiedlichen Gründen nicht zur Verfügung. Dustin Mizera, Gunter Jager, Johannes Hennen, André Körner, Felix Schippe, Tobias Haase fehlen verletzungsbedingt. Igor Marinkovic und Danijel Stojanovic präsentierten sich zeitgleich mit der serbischen Nationalmannschaft im Auswärtsspiel in Kroatien auf internationaler Bühne. Die Ausfallliste in der Hintermannschaft ist zum Glück nicht so lang. Trotzdem fehlen Liam Boese, Sibusiso Hans, Alexander Hünefeld und Alexander Lott dem Team. Umso wichtiger, dass auf der ersten Reihe mit dem Südafrikaner Mark Hans Fairhurst ein erfahrener Spieler seine Premiere bei den Hannoveranern gab.
Mit dem Anpfiff übernahm Hannover 78 die Initiative gegen die junge Heidelberger Mannschaft, die zu großen Teilen aus Spielern besteht, die den Sprung aus der eigenen guten Jugendarbeit in den Herrenbereich geschafft haben. Bereits in der 8. Minute legten die Niedersachsen ihren ersten Versuch durch Jarrod Saul zur 5:0 Führung. Doch unverständlicherweise legte Hannover 78 nicht nach, sondern überließ den Heidelberger die Initiative. Zudem häuften sich gerade im Passspiel wieder einfache Fehler, bei guten Durchbrüchen von Tobias Bauer fehlte die notwendige Unterstützung, leichte Fehler führten zu Straftritten, die die Heidelberger zu weiten Gassekicks nutzten. In der 38. Spielminute konnten nach einer langen Druckphase die Gäste zu ihrem ersten Versuch einlaufen. Es stand 5:5. Nach einer lautstarken Ansage vom Kapitän Maximilian Kopp lieferten die Platzherren die passende Antwort. Jarrod Saul legte nach einem starken Durchbruch den zweiten Versuch, den Alexander Brosowski sicher zur 12:5 Halbzeitführung verwandelte.
Hannoveraner mit großem Selbstbewusstsein
In der zweiten Halbzeit dominierten die Hannoveraner das Geschehen. Mit großem Selbstbewusstsein wurde der Gegner unter Druck gesetzt. Die Bälle liefen jetzt schnell durch die Reihen und bis zur Mitte der zweiten Halbzeit konnte Hannover 78 die Führung zum 40:5 Zwischenstand ausbauen. Antoine Kasper Albrand und Tobias Bauer (jeweils mit 2 Versuchen) und Alexander Brosowski mit einem Versuch und drei Erhöhungen sowie Jan Piosik mit einer Erhöhung trugen sich in die Punkteliste ein. Auf beiden Seiten wurde nun fleißig die Ersatzbank eingewechselt. Die Gäste konnten davon besser profitieren und betrieben bis zum Ende des Spiels noch Ergebniskosmetik durch zwei erhöhte Versuche. Aber auch Hannover 78 legte noch einmal durch Aro Hama zum Endstand von 50:19 nach.
Am Ende kam Hannover 78 zu einem verdienten Heimsieg und muss in der nächsten Woche beim amtierenden deutschen Meister Frankfurt 80 antreten. Bei dem schweren Auswärtsspiel sollten auch wieder die beiden serbischen Nationalspieler Igor Marinkovic und Danijel Stojanovic mit dabei sein, die beim Balkanduell gegen Kroatien eine 27:5 Auswärtsniederlage hinnehmen mussten. Igor auf der dritten Reihe und Danijel auf der ersten Reihe standen dabei in der Startformation.
Text: Bert Oltersdorf
Bilder: Susanna und Fred Wolf

