Im Auswärtsspiel beim Deutschen Meister von Frankfurt 80 zeigte Hannover 78 eine starke Leistung. In der vergangenen Saison mussten die Niedersachsen mit 3:69 und 0:57 zwei hohe Niederlagen einstecken. Im dritten Anlauf war Hannover über die gesamte Spielzeit ein ebenbürtiger Gegner.
Bis zur letzten Minute vor der Halbzeitpause stand es nach drei sehenswerten Versuchen durch Aro Hama, Trinity McQueen und Alexander Brosowski sowie zwei Erhöhungen von Jan Piosik 19:19. Nach dem dritten hannoverschen Versuch kickten die Frankfurter noch einmal an. Die hannoverschen Stürmer fingen den Ball und passten diesen zu Jan Piosik. Beim Befreiungskick rutschte Piosik unglücklich aus. Es folgte eine Frankfurter Gasse und beim anschließenden Paket gelang den Hessen noch der sehr glückliche vierte Versuch mit Erhöhung. Beim Stand von 19:26 wurden die Seiten gewechselt.
Die hannoversche erste Reihe mit Trinity McQueen, Danijel Stojanovic und Mark Hans Fairhurst hatten mit ihren Ballvorträgen die Frankfurter immer wieder unter Druck gesetzt. In der Hintermannschaft zeigten die Hannoveraner sehr gute und schnell vorgetragene Passangriffe, die zu zwei Versuchen führten. Nur im angeordneten Gedränge hatten die Frankfurter leichte Vorteile.
In der zweiten Halbzeit zeigten beide Mannschaften weiterhin ein Spiel auf Augenhöhe. Bis zur 60. Minute kamen die Platzherren zu zwei weiteren Versuchen, von denen einer erhöht wurde. Es stand 38:19. Zu diesem Zeitpunkt hatte Trainer Mark Kuhlmann in der Hintermannschaft umgestellt. Für den ausgewechselten Niklas Stehling übernahm Halbspieler Jan Pisoik die Verbinderposition. Der eingewechselte Daniel Windolf war nun der neue Gedrängehalb. Eckespieler Jarrod Saul wurde durch Alexander Hünefeld ersetzt. Auch im Sturm wurden neue Kräfte benötigt. Juan Martin Ochotta Bianchi wurde für André Körner eingewechselt. Hannover machte trotz des Rückstands weiter Druck. Wie bei seinem ersten Versuch, gelang Schlussspieler Alexander Brosowski durch den gleichen Spielzug der zweite Versuch. Auch diese Erhöhung wurde durch Jan Piosik erfolgreich erhöht. Es stand 38:26 und Hannover hatte nach vier gelegten Versuchen den offensiven Bonuspunkt sicher. Doch die Spieler vom Schnellen Graben wollten mehr und setzten die Frankfurter weiter unter Druck. Mahir Kaya ersetzte den starken Hakler Mark Hans Fairhurst, Thomas Aponte ersetzt Aro Hama.
In den letzten Spielminuten gelang der Ball nach einer starken Gasse wieder in die hannoversche Hintermannschaft. Nach einer Ballstafette legte Eckespieler Alexander Hünefeld unter starker Bedrängnis im Malfeld ab. Die Unparteiischen mussten sich beraten. Dann die Entscheidung: Leider war beim Ablegen des Balls ein Knie bereits im Aus. Das wäre auch der defensive Bonuspunkt gewesen.
Kurz nach dieser Szene wurde das Spiel abgepfiffen. Frankfurt 80 und Hannover 78 trennten sich 38:26. Das war eine super Werbung für den deutschen Rugbysport. Am nächsten Samstag, 17. Oktober 2026, um 15 Uhr empfängt Hannover 78 im Heimspiel die Mannschaft vom TSV Handschuhsheim und kann dort nach dieser starken Leistung mit breiter Brust auftreten.
Text: Bert Oltersdorf

