Rugbyspiel um 1890

Historie

Der erste deutsche Rasensportverein: die interessante Vergangenheit von Hannover 78.

Die große Tat eines 15 jährigen Pennälers

Ferdinand-Wilhelm Fricke (*11. Oktober 1863) muss ein außergewöhnlicher Junge gewesen sein, denn er tat etwas, dass 14jährige gemeinhin nicht tun: Er gründete gemeinsam mit 24 Gleichaltrigen den „Deutschen Fußball-Verein Hannover gegründet 1878“ und damit den ersten deutschen Rasensportverein. Damals konnten die Gründer nicht erahnen, dass ihr Verein Kriege, Wirtschaftskrisen und Revolutionen überdauern und sie zu den Pionieren einer Sportbewegung gehören würden.

Den Zündfunken an die Lunte jugendlicher Begeisterung werden wohl Briten gelegt haben, die beruflich oder studienhalber in Hannover weilten und auf der Masch oder der Bult ihrer Lieblings-Freizeitbeschäftigung, dem Rugby, nachgingen. Das raue Spiel zog natürlich Zaungäste an, darunter hannoversche Jungen, die gelegentlich in der einen von beiden Mannschaften des „English Hannover Football-Clubs“ mittrainieren oder auch mitspielen durften.

Der Funke zündete. Besonders die Schüler höherer Schulen wurden zu fleißigen Vereinsgründern: Am Realgymnasium entstand der „Hannoversche Schüler-Football-Club“, am Lyzeum I, dem späteren Ratsgymnasium der Fußballclub „Germania“, am Kaiser-Wilhelm-Gymnasium der KWG-Fußballverein. Sie spielten Rugby gegeneinander oder gegen die Briten.

Ferdinand-Wilhelm Fricke leitete das Training der Realgymnasiasten, er erkannte: Gemeinsam sind wir stärker. Er betrieb den Zusammenschluss der Schülervereine. Am 14. September 1878 war es soweit, an diesem Tag wurde Hannover 78 aus der Taufe gehoben. Zwar waren im ersten Jahr des Bestehens 70 Mitglieder eingeschrieben, aber nicht alle Schüler folgten Frickes Ruf. Erst Mitte der 1880er-Jahre gingen die Reste von „Germania“ und des KWG-Vereins in Hannover 78 auf. Der Verein wurde auf Wunsch der Germanen nun in „Deutscher Fußballverein“ umbenannt.

Das Vereinsleben

Ein geregeltes Vereinsleben, wie wir es kennen, bildete sich nur ganz allmählich heran. Die Widerstände und Vorurteile der Lehrer, Eltern und Turnfanatiker waren stark. Man benötigt nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, wie es um die Trainingsplätze und Spielkleidung bestellt war. Nur wenige hatten das Glück, von einem heimreisenden Engländer ein Trikot als Geschenk zu bekommen. Auch die Spielkultur hatte noch kein vorzeigbares Niveau erreicht. So notierte ein Beobachter am 20. September 1882 zwar mehr als 40 Spieler auf dem Feld, „die sich allerdings gegenseitig im Wege standen“.

Der Idealist

In der Chronik zum fünfundsiebzigsten Geburtstag des Vereins lesen wir: „Wenn wir uns umsehend vergegenwärtigen, wie aus den bescheidenen, winzig kleinen Anfängen heraus, von einer Schar von Pennälern, die einer Welt von Voreingenommenheiten nichts weiter als ihre Begeisterung entgegenzustellen vermochten, der Grundstein gesetzt wurde für eine Bewegung, die sich im Laufe von 75 Jahren zu einer Volksbewegung entwickelt hat, dann wird jedermann in dankbarer Erinnerung an F. W. Fricke zurückdenken. Mit einem standhaften Herzen ohnegleichen ist er an die Verwirklichung seiner Ideale, unter Hintansetzung selbst seiner Karriere herangegangen, ohne auch nur einen Moment zu erlahmen. Wenn je einer ein Idealist war, dann unser Gründer!“

Stöbern Sie in der interessanten Vergangenheit von Hannover 78, dem ältesten Rasensportverein Deutschlands:

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