Hannover 78

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Besonderes Fest für die Hockey-Familie

Pokal trotz Corona: Die Frauen von Hannover 78 gewinnen den Siggi-Aberle-Cup

Von Matthias Abromeit, HAZ vom 27.10.2020, Seite 13

Hannover. Nach der Siegerehrung brüllen sie ihre ganze Freude heraus. Hannover 78 ist aktuell die Nummer eins im Hannover-Hockey. Zumindest bei den Frauen. Im Endspiel des Siggi-Aberle-Cups besiegt das Team Lokalrivale DHC mit 3:1. Ein toller Erfolg in der von Corona so schwierigen Hockey-Zeit. Der Siggi-Aberle-Cup – benannt zu Ehren des Bundesverdienstkreuzträgers aus Hannover – der Herren geht an den Braunschweiger THC, der die Männer vom DTV II mit 3:2 bezwang.

„Es war schön zu sehen, mit wie viel Engagement die Hockey-Familie dabei war. Da war so viel Freude auf dem Platz“, sagte Aberle, der die Siegerehrung übernahm.

78-Präsident Günter Küster, Reinhard Krull, Präsident des Niedersächsischen Hockeyverbandes, und die vielen Helfer hatten gemeinsam alles gerichtet. Younes El Idrissi, einst 78-Spieler und nun in Hamburg Moderator und Spieler, war zum Finaltag an seine alte Wirkungsstätte zurückgekehrt. Mit Musik und Moderation sorgte er für die Stimmung. Alle Zuschauer waren über QR-Code und Smartphone registriert, mit Sitzplatz und Maske, und auf den Rängen um den Platz war nur Einbahnstraßenverkehr erlaubt. Alle Hygienemaßnahmen waren erfüllt.

Die Einbahnstraßenregelung galt natürlich nicht auf dem Platz beim Lokalduell der Frauen. Die beiden Teams, die in der unterbrochenen Regionalligasaison die Nummern eins und zwei belegen und um den Aufstieg in die 2. Liga kämpfen, testen schon einmal den Alles-oder-Nichts-Charakter.

Nach vorsichtigem Abtasten im ersten Viertel drehte 78 auf. Anke Kühne war per Ecke das erste Tor vorbehalten. „Genau die Eckenvariante, mit der sie Deutschland bei den olympischen Spielen 2004 zur Goldmedaille geschossen hatte“, sagte Trainer Robin Reiter. Noch im gleichen Viertel legte Rebecka Siebert nach. „Der war etwas unglücklich für uns. Unserer Torfrau Emmeli Ebenhöch war bei beiden Toren die Sicht versperrt“, sagt DHC-Trainer Florian Westermann.

In der Pause hatte sich sein Team viel vorgenommen. Aber mehr als der 1:2-Anschlusstreffer durch Franziska Diemke gelang nicht. „Wir hatten viele Chancen und kurz vor dem Ende auch vier Ecken am Stück nicht genutzt“, sagte Westermann. Damit war 78 durch und konnte in der letzten Minute durch Siebert noch erhöhen.

Westermann nahm die Niederlage gelassen. „Sicher hätten wir gern gewonnen, aber wichtiger ist ein Sieg im kommenden Jahr in der Saison. Heute haben wir mit einer halben A-Jugend-Mannschaft gegen eine Abwehr mit viel Bundesligaerfahrung gespielt. Das hat uns noch etwas durchgeschüttelt“, sagte Westermann.

Auch nach dem Frauen-Finale ging das Hockey-Fest weiter. Die Männer spielten unter Flutlicht, allerdings unter ungleichen Voraussetzungen. Unter dem Namen DTV Hannover II verbarg sich die erste Mannschaft von Hallenerstligist DTV. „Wir wollten in die schwere Vorrundengruppe, um mehr gefordert zu sein, und hatten mit unserer Zweiten getauscht“, sagte Trainer Bastian Okroy.

Das Hauptaugenmerk hatte sein Team auf die Hallenbundesligavorbereitung gelegt. „Erst als wir beschlossen hatten, nicht in der Halle anzutreten, haben wir zwei Wochen wieder Feldhockey trainiert“, sagt Okroy. Das reichte, um nach einem 0:2-Rückstand durch Tore von Yannick Jendryczko und Jonathan Lutz wieder zurückzukommen. „Wenn man dann durch einen Treffer in letzter Minute doch noch verliert, ist das schon ärgerlich“, sagte Okroy. Schön fand er den Finaltag dennoch. „78 hat das mega gut organisiert. Eine wirklich tolle Veranstaltung.“