Rugby bei Hannover 78

Erfolgreich seit über 130 Jahren.

DAS Hannover-Derby

von Sebastian Sievers

Am vergangenen Sonntag traf die 1. Herren von Hannover 78 auswärts an der Schneckenburgerstraße auf den Lokalrivalen vom SC Germania List.

Bereits zu Beginn der Saison war dieses Spiel als das absolute Spitzenspiel der Hinrunde unter der hannoverschen Rugbygemeinschaft gehandelt und die rund 700 Zuschauer sollten an diesem Nachmittag nicht enttäuscht werden.

Die Germania startete furios und übten insbesondere durch ihre schnelle Hintermannschaft erheblichen Druck auf die Gäste aus. Doch die Verteidigung der 78er hielt und lediglich eine Abseitsstellung am Kontaktpunkt führte zu einem Strafritt für die Gastgeber.

Verbinder Koch konnte den Kick aus guter Position jedoch nicht verwandeln und so blieb es nach 25 gespielten Minuten beim Stand von 00:00. Kurz danach musste Cattaneo mit blutendem Ohr ausgewechselt werden und Fischer kam nach seiner langen Verletzungspause zum zweiten Einsatz für 78 in nur fünf Tagen.

Nach einem Turnover am Kontaktpunkt konnten die Gäste nun endlich das Spielgeschehen an sich reißen und setzten zum Angriff auf das Malfeld der Germanen an. Nach etlichen Druckphasen des Sturms, sprach der Unparteiische Maughan Hannover 78 einen Straftritt zu, den Piosik sicher verwandelte. Kurz danach beförderte die 78er Hintermannschaft den Ball mit einem gekonnten Spielzug auf Piosik, der zum 00:08 Halbzeitstand ablegte. Die Erhöhung aus schwieriger Position misslang.

Nach dem Pausentee waren es abermals die Germanen, die besser starteten und nach einem Fehler der 78er durch Saul per Versuch und Koch per Kick auf 07:08 verkürzten. Hannover 78 misslang der Wiederankick und nach dem Gedränge durchbrach Riege die Verteidigung am Ende eines solide gespielten Angriffes der Germanen. Koch erhöhte und die Gastgeber gingen mit 14:08 in Führung.

Im weiteren Verlauf erhöhten beide Mannschaften erneut den Druck und die Partie wurde zunehmend physischer. Nach wiederholter Regelverstöße an den Kontaktpunkten wurde Germania kurz vor Schluss mit einer gelben Karte bestraft. Kapitän Mau protestierte und sah sich plötzlich selbst mit Gelb vom Platz gehen. Scheinbar waren seine Äußerungen gegenüber dem Schiedsrichter unangemessen.

Die deutliche Überzahl nutze 78 umgehen und legte zum 14:13 Anschluss durch Windolf ab. Die Erhöhung misslang jedoch und Germania eroberte umgehend nach dem Wiederantritt den Ball. Nach einem weiteren Angriff der Gastgeber musste 78-Innen Rix wegen hohem Tackles ebenfalls mit Gelb vom Platz und so schien es, als hätten sich die Hausherren über die Zeit gerettet. Hannover 78 erzwang jedoch einen weiteren Turnover und schickte den Straftritt per Kick in die Gasse nahe des Malfeldes der Germanen. Nach der gewonnenen Gasse konnte der eingewechselte Außen Breuste eine Lücke in der Verteidigung der Gastgeber ausnutzen und tauchte zum erlösenden 14:18 aus Sicht von Hannover 78 ein. Piosik erhöhte und der Jubel kannte keine Grenzen.

Nach hartumkämpften 80 Minuten gegen aufopferungsvoll spielende Germanen stand es schlussendlich 14:20 für Hannover 78.

 

1 Schax 2 Hermann 3 Marinkovic 4 Barrass 5 Marciszewski 6 Hartleb 7 Johnson 8 Simm 9 Windolf 10 Kopp 11 Schohr 12 Cattaneo 13 Rix 14 Müller 15 Piosik

16 Humbert 17 Rosenthal 18 Körner 19 Gordon 20 Fischer 21 Boese 22 Breuste 23 Duncker

Fotos von der Partie findet ihr auf unserer Facebookseite

  

Kampflos weiter

Im DRV-Pokal hat Hannover 78 kampflos die nächste Runde erreicht. Die TGS Hausen musste die Partie aufgrund zu vieler Ausfälle absagen.

Die nächste Runde wird voraussichtlich am 9./10.06.2018 ausgetragen.

 

 

Zweites Spiel, zweiter Sieg

Von Bert Oltersdorf

Mit Spannung wurde von den 78er Fans das erste Heimspiel der Blau-Weißen in der neuen Saison 2017/18 erwartet. Nach dem etwas überraschenden, deutlichen Auswärtssieg eine Woche zuvor in Leipzig, gingen die Platzherren mit der Favoritenrolle in die Begegnung gegen den Berliner Rugby Club. Um es gleich vorwegzunehmen, es entwickelten sich bei strahlendem Sonnenschein zwei unterschiedliche Halbzeiten mit 65 Punkten und acht Versuchen.

In der Anfangsviertelstunde sahen die Zuschauer ein Spiel beider Mannschaften auf Augenhöhe. Klare Chancen waren allerdings Mangelware. Die Berliner hatten ihre Vorteile im kompakten Sturm, die Hannoveraner waren in der Hintermannschaft überlegen. In der 16. Spielminute kamen die Männer vom Schnellen Graben nach einer Gasse endlich zu ihrem ersten Versuch, als die Hintermannschaft nach einer gelungenen Kombination durch die Nr. 11, Simon Krull ins Malfeld einlaufen konnte. Der ehemalige U18 Nationalspieler Jan Piosik (Nr. 15) erhöhte erfolgreich zum 7:0.

Mit den ersten Punkten legte sich die Anfangsnervosität auf Seiten der Platzherren und die 78er übernahmen die Initiative. Zum Leidwesen der 78er verhängte der gute Unparteiische Frank Himmer in dieser Phase eine gelbe Karte wegen absichtlichen Ballrausschlagens. Hannover musste für 10 Minuten ohne seine Nr. 13 Kain Rix auskommen. In der Folge kamen die Berliner Gäste nach einer Gasse 5 Meter vor der Mallinie zu einem Versuch mit Erhöhung zum verdienten Ausgleich (7:7).

Nach dem Absitzen der Zeitstrafe erhöhte 78 den Druck. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit legte Gedrängehalb Daniel Windolf nach einer schönen Einzelaktion den Ball im Malfeld ab. Jan Piosik steuerte noch einen verwandelten Straftritt hinzu, sodass beim Stand von 15:7 die Seiten getauscht wurden.

Anscheinend musste das hannoversche Trainergespann eine klare Halbzeitansage an die Mannschaft gerichtet haben. Denn die 78er legten in den ersten 10 Minuten der zweiten Halbzeit los wie die Feuerwehr. Nach vier schnellen Versuchen, die alle von Jan Piosik erhöht wurden, führte 78 plötzlich mit 43:7. In die Punkteliste konnten sich Simon Krull (Nr. 11), Nico Müller (Nr. 14), sowie André Körner (Nr. 8) und Igor Marinkovic (Nr. 3) eintragen. Die Berliner Hintermannschaft wirkte in dieser Phase völlig konsterniert. Nach diesem Punktereigen war das Spiel gelaufen. 78 ließ es jetzt etwas ruhiger angehen.

In der Folge kamen die Berliner wieder zu mehr Spielanteilen. Die Hauptstädter setzten über ihren starken Sturm die Platzherren gehörig unter Druck, scheiterten jedoch an der starken 78er Verteidigungsarbeit. Selbst eine minutenlange Drangphase mit zahlreichen Gedrängesituationen direkt vor der Mallinie führte nicht zu Punkten.

Stattdessen nahm 78 in den Schlussminuten wieder das Heft des Handelns in die Hand. Nach einer schönen Gassenarbeit gelang den Niedersachsen der siebte Versuch durch die Nummer 17 (Rosenthal), den Goldfuß Jan Piosik ebenfalls verwandelte. Den Schlusspunkt setzte der zweite Innen Kain Rix, der seine gute Leistung des heutigen Tages mit einem Versuch krönte. Mit der gelungenen Erhöhung von der Außenlinie und einer hervorragenden Kickquote von 8 von 9 konnte auch Jan Piosik an diesem Samstag mit seinem Auftritt  vor heimischen Publikum mehr als zufrieden sein. Mit 57:7 wurde am Ende der Berliner Rugby Club deutlich geschlagen. 

Aufstellung 78:

1 Humbert 2 Herrmann 3 Marinkovic 4 Barrass 5 Duncker 6 Hartleb 7 Johnson 8 Körner 9 Windolf 10 Kopp 11 Krull 12 Cattaneo 13 Rix 14 Müller 15 Piosik

16 Regir 17 Rosenthal 18 Gordon 19 Burgdorf 20 Simm 21 Breuste 22 Boese