Herren scheitert im Halbfinale

Am Samstag den 26. Mai 2018 empfing die 1. Herren von Hannover 78 die Rudergesellschaft Heidelberg „Am Schnellen Graben“ zum sehnlichst erwarteten Halbfinale der 1. Rugby-Bundesliga. 

Bei knappen 30 Grad und strahlendem Sonnenschein erwartete die rund 1000 angereisten Zuschauer ein wahrer Rugby-Leckerbissen, denn die 78er gingen als amtierender Nord/Ost-Meister, mit 14 Siegen aus 14 Spielen, als leichter Favorit in die Begegnung gegen den Zweitplatzierten der Süd/West-Staffel. Allerdings hatten die Gäste aus Heidelberg auch sämtliche 7er-Nationalspieler mit an Bord und stellten so, insbesondere in der Hintermannschaft eine Gefahr für die Hausherren dar. 

Gerade selbige 7er-Asse sollten nach nur fünf gespielten Minuten erstmals für die Gäste zuschlagen. Nach einer Gasse tief in der eigenen Hälfte setzte die Hintermannschaft der „Orange Hearts“ zu einem Spielzug über die gesamte Länge des Spielfeldes an, welchen Manuel Müller dankbar ganz außen ausnutze und zum ersten Versuch der Partie einlief. 

Hannover 78 antwortete jedoch postwendend mit ähnlichem Spiel. Nach einer Gasse bediente Kapitän Christopher Kopp nicht den heran sprintenden Dummy-Läufer, sondern spielte tief auf David Schohr, welcher zum Versuch ablegte. Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit neutralisierten sich beide Mannschaft quasi gänzlich, bis die Hausherren zehn Minuten vor dem Pausentee einen Straftritt kassierten, den Verbinder Heimpel gezielt im Seitenaus auf der 5-Meter-Linie der 78er platzierte. 

Die gewonnene Gasse setzten die Heidelberger zum Paket an, welches die Hannoveraner nicht stoppen konnten. Heimpel erhöhte sicher zum 05 : 12 und setze unmittelbar danach per Dropgoal zum 05 : 15 nach. Allerdings sollten die Hausherren auch hierauf direkt eine Antwort parat haben. 

Nach einem Straftritt gegen die Gäste spielten die 78er schnell an und brachten den Ball abermals zu David Schohr nach Außen, der so zu seinem zweiten Versuch einlief. Kicker Piosik erhöhte zum 12 : 15 Pausenstand. 

 

In Hälfte Zwei ging es trotz hochsommerlicher Temperaturen mit gleichem Tempo weiter und so konnte Kain Rix die Verteidigung der RGH durchbrechen und die 78er zum ersten Mal mit 19 : 15 in Führung bringen. Die Heidelberger antworteten hierauf jedoch kaum zehn Minuten später mit einem Angriff über die Hintermannschaft, an dessen Ende Tim Lichtenberg nach schnellem Lauf auf der Außenbahn zum 19 : 20 ablegte. 

Ein weiterer Versuch der Heidelberger durch Robert Haase schraubte das Ergebnis kurz vor Schluss auf 19 : 27 hoch. Allerdings sollten dies nicht die letzten Punkte der Partien sein.  

Der stets gefährliche Kain Rix durchbrach ein weiteres Mal die Heidelberger Verteidigung und passte auf den eingewechselten Nico Müller, welcher zu einem unwiderstehlichen Lauf ansetze und an der Eckfahne zum 24 : 27 Anschluss ablegte. 

Nach Wiederantritt erhielt Ex-78er Himmer für ein High-Tackle eine gelbe Karte und so schienen Minuten vor Schluss alle Zeichen für ein 78er Comeback zu sprechen, doch nach einem weiteren technischen Fehler nutze die RGH-Hintermannschaft selbigen zum gnadenlosen Konter aus, kam so zu einem weiteren Versuch und brach die blauweißen Rugby-Herzen mit Ablauf der regulären Spielzeit. 

Die Rudergesellschaft Heidelberg zieht somit nach harten Kampf mit 24 : 32 ins Finale um die deutsche Meisterschaft gegen den Heidelberger RK am 02. Juni 2018 in Berlin ein. 

 

 

Rugbyherren ungeschlagener Nord-Ost-Meister

(von Sebastian Sievers)

Mit einem dominanten 45 : 10 Sieg gegen den RK 03 Berlin sicherte sich die 1. XV von Hannover 78 am vergangenen Samstag die Nord/Ost-Meisterschaft und zieht somit ins Bundesliga-Halbfinale ein.

Die 78er starteten druckvoll und setzten sich bereits nach dem Antritt tief in der Hälfte der Hausherren fest, konnten jedoch kein Kapital aus den gegebenen Chancen schlagen.

Nach einem Straftritt gegen die Gastgeber verwandelte Piosik einen Kick zum Goal und brachte 78 mit 00 : 03 erstmals in Führung. Kurz darauf spielte die Hintermannschaft einen schönen Angriff auf außen und Schohr legte zum 00 : 08 aus Sicht der 78er ab. Piosik verwandelte von ganz außen zum 00 : 10.

RK 03 nutzte im Anschluss ihre Dominanz im Gedränge als Plattform für einen Gegenschlag, konnte jedoch auf Grund stark verteidigender 78er keinen Weg ins gegnerische Malfeld finden. Stattdessen holten die Gäste zum Doppelschlag kurz vor der Pause aus. Als erstes nutze 78 einen Turnover in der eigenen Hälfte zum Gegenangriff und erhöhte durch Versuch und Erhöhung auf 00 : 17. Nach dem Widerantritt fanden die 78er erneut eine Lücke und legten zum 00 : 22 ab. Piosik erhöhte sicher zum 00 : 24 Pausenstand.

Die Berliner starteten deutlich wacher in die zweite Hälfte des Spiels und hatten so das Spielgeschehen klar in der Hand. Nach mehreren Stürmerphasen konnten die Gastgeber so zu ihrem ersten Versuch ins Malfeld der Gäste zum 05 : 24 eintauchen. Allerdings erwies sich die Verteidigung der 78er im Anschluss als Bollwerk, sodass keine weiteren Punkte auf Seiten der Hausherren zugelassen wurden. Hannover 78 nutzte stattdessen erneut einen Turnover zum Konter und legte zum 00 : 29 ab. Piosik erhöhte zum 05 : 31.

Dieser Versuch sollte ein Weckruf für die 78er sein, die direkt im Anschluss erneut zum Versuch einliefen und so das Ergebnis auf 05 : 38 erhöhten.

Kurz vor Schluss gelang dann sicherlich der Versuch des Jahres aus Sicht der 78er. Nach einem erneuten Turnover tief in der eigenen Hälfte brach Schohr auf außen mehrere Tackles und legte sich dann den Ball selbst per Kick vor. Nach gewonnenem Sprintduell gelang es Schohr dann kurz vor der Auslinie den Ball zu kontrollieren und zum 05 : 43 abzulegen. Piosik blieb bei seiner makellosen Kickquote und verwandelte zum 05 : 45.

Das letzte Wort der Partie sollten jedoch die Hausherren haben. Duwe brach in letzter Minute durch die Verteidigungslinie der Gäste und legte Mitte Goal zum 10 : 45 Endstand ab.

Hervorzuheben ist neben der aufopferungsvollen Verteidigung aller Spieler insbesondere die Leistung von Jungspund Mahir Kaya, der 80 Minuten lang auf der Haklerposition ein grandioses Spiel machte. 

 

 

DAS Hannover-Derby

von Sebastian Sievers

Am vergangenen Sonntag traf die 1. Herren von Hannover 78 auswärts an der Schneckenburgerstraße auf den Lokalrivalen vom SC Germania List.

Bereits zu Beginn der Saison war dieses Spiel als das absolute Spitzenspiel der Hinrunde unter der hannoverschen Rugbygemeinschaft gehandelt und die rund 700 Zuschauer sollten an diesem Nachmittag nicht enttäuscht werden.

Die Germania startete furios und übten insbesondere durch ihre schnelle Hintermannschaft erheblichen Druck auf die Gäste aus. Doch die Verteidigung der 78er hielt und lediglich eine Abseitsstellung am Kontaktpunkt führte zu einem Strafritt für die Gastgeber.

Verbinder Koch konnte den Kick aus guter Position jedoch nicht verwandeln und so blieb es nach 25 gespielten Minuten beim Stand von 00:00. Kurz danach musste Cattaneo mit blutendem Ohr ausgewechselt werden und Fischer kam nach seiner langen Verletzungspause zum zweiten Einsatz für 78 in nur fünf Tagen.

Nach einem Turnover am Kontaktpunkt konnten die Gäste nun endlich das Spielgeschehen an sich reißen und setzten zum Angriff auf das Malfeld der Germanen an. Nach etlichen Druckphasen des Sturms, sprach der Unparteiische Maughan Hannover 78 einen Straftritt zu, den Piosik sicher verwandelte. Kurz danach beförderte die 78er Hintermannschaft den Ball mit einem gekonnten Spielzug auf Piosik, der zum 00:08 Halbzeitstand ablegte. Die Erhöhung aus schwieriger Position misslang.

Nach dem Pausentee waren es abermals die Germanen, die besser starteten und nach einem Fehler der 78er durch Saul per Versuch und Koch per Kick auf 07:08 verkürzten. Hannover 78 misslang der Wiederankick und nach dem Gedränge durchbrach Riege die Verteidigung am Ende eines solide gespielten Angriffes der Germanen. Koch erhöhte und die Gastgeber gingen mit 14:08 in Führung.

Im weiteren Verlauf erhöhten beide Mannschaften erneut den Druck und die Partie wurde zunehmend physischer. Nach wiederholter Regelverstöße an den Kontaktpunkten wurde Germania kurz vor Schluss mit einer gelben Karte bestraft. Kapitän Mau protestierte und sah sich plötzlich selbst mit Gelb vom Platz gehen. Scheinbar waren seine Äußerungen gegenüber dem Schiedsrichter unangemessen.

Die deutliche Überzahl nutze 78 umgehen und legte zum 14:13 Anschluss durch Windolf ab. Die Erhöhung misslang jedoch und Germania eroberte umgehend nach dem Wiederantritt den Ball. Nach einem weiteren Angriff der Gastgeber musste 78-Innen Rix wegen hohem Tackles ebenfalls mit Gelb vom Platz und so schien es, als hätten sich die Hausherren über die Zeit gerettet. Hannover 78 erzwang jedoch einen weiteren Turnover und schickte den Straftritt per Kick in die Gasse nahe des Malfeldes der Germanen. Nach der gewonnenen Gasse konnte der eingewechselte Außen Breuste eine Lücke in der Verteidigung der Gastgeber ausnutzen und tauchte zum erlösenden 14:18 aus Sicht von Hannover 78 ein. Piosik erhöhte und der Jubel kannte keine Grenzen.

Nach hartumkämpften 80 Minuten gegen aufopferungsvoll spielende Germanen stand es schlussendlich 14:20 für Hannover 78.

 

1 Schax 2 Hermann 3 Marinkovic 4 Barrass 5 Marciszewski 6 Hartleb 7 Johnson 8 Simm 9 Windolf 10 Kopp 11 Schohr 12 Cattaneo 13 Rix 14 Müller 15 Piosik

16 Humbert 17 Rosenthal 18 Körner 19 Gordon 20 Fischer 21 Boese 22 Breuste 23 Duncker

Fotos von der Partie findet ihr auf unserer Facebookseite

  

Kampflos weiter

Im DRV-Pokal hat Hannover 78 kampflos die nächste Runde erreicht. Die TGS Hausen musste die Partie aufgrund zu vieler Ausfälle absagen.

Die nächste Runde wird voraussichtlich am 9./10.06.2018 ausgetragen.

 

 

Zweites Spiel, zweiter Sieg

Von Bert Oltersdorf

Mit Spannung wurde von den 78er Fans das erste Heimspiel der Blau-Weißen in der neuen Saison 2017/18 erwartet. Nach dem etwas überraschenden, deutlichen Auswärtssieg eine Woche zuvor in Leipzig, gingen die Platzherren mit der Favoritenrolle in die Begegnung gegen den Berliner Rugby Club. Um es gleich vorwegzunehmen, es entwickelten sich bei strahlendem Sonnenschein zwei unterschiedliche Halbzeiten mit 65 Punkten und acht Versuchen.

In der Anfangsviertelstunde sahen die Zuschauer ein Spiel beider Mannschaften auf Augenhöhe. Klare Chancen waren allerdings Mangelware. Die Berliner hatten ihre Vorteile im kompakten Sturm, die Hannoveraner waren in der Hintermannschaft überlegen. In der 16. Spielminute kamen die Männer vom Schnellen Graben nach einer Gasse endlich zu ihrem ersten Versuch, als die Hintermannschaft nach einer gelungenen Kombination durch die Nr. 11, Simon Krull ins Malfeld einlaufen konnte. Der ehemalige U18 Nationalspieler Jan Piosik (Nr. 15) erhöhte erfolgreich zum 7:0.

Mit den ersten Punkten legte sich die Anfangsnervosität auf Seiten der Platzherren und die 78er übernahmen die Initiative. Zum Leidwesen der 78er verhängte der gute Unparteiische Frank Himmer in dieser Phase eine gelbe Karte wegen absichtlichen Ballrausschlagens. Hannover musste für 10 Minuten ohne seine Nr. 13 Kain Rix auskommen. In der Folge kamen die Berliner Gäste nach einer Gasse 5 Meter vor der Mallinie zu einem Versuch mit Erhöhung zum verdienten Ausgleich (7:7).

Nach dem Absitzen der Zeitstrafe erhöhte 78 den Druck. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit legte Gedrängehalb Daniel Windolf nach einer schönen Einzelaktion den Ball im Malfeld ab. Jan Piosik steuerte noch einen verwandelten Straftritt hinzu, sodass beim Stand von 15:7 die Seiten getauscht wurden.

Anscheinend musste das hannoversche Trainergespann eine klare Halbzeitansage an die Mannschaft gerichtet haben. Denn die 78er legten in den ersten 10 Minuten der zweiten Halbzeit los wie die Feuerwehr. Nach vier schnellen Versuchen, die alle von Jan Piosik erhöht wurden, führte 78 plötzlich mit 43:7. In die Punkteliste konnten sich Simon Krull (Nr. 11), Nico Müller (Nr. 14), sowie André Körner (Nr. 8) und Igor Marinkovic (Nr. 3) eintragen. Die Berliner Hintermannschaft wirkte in dieser Phase völlig konsterniert. Nach diesem Punktereigen war das Spiel gelaufen. 78 ließ es jetzt etwas ruhiger angehen.

In der Folge kamen die Berliner wieder zu mehr Spielanteilen. Die Hauptstädter setzten über ihren starken Sturm die Platzherren gehörig unter Druck, scheiterten jedoch an der starken 78er Verteidigungsarbeit. Selbst eine minutenlange Drangphase mit zahlreichen Gedrängesituationen direkt vor der Mallinie führte nicht zu Punkten.

Stattdessen nahm 78 in den Schlussminuten wieder das Heft des Handelns in die Hand. Nach einer schönen Gassenarbeit gelang den Niedersachsen der siebte Versuch durch die Nummer 17 (Rosenthal), den Goldfuß Jan Piosik ebenfalls verwandelte. Den Schlusspunkt setzte der zweite Innen Kain Rix, der seine gute Leistung des heutigen Tages mit einem Versuch krönte. Mit der gelungenen Erhöhung von der Außenlinie und einer hervorragenden Kickquote von 8 von 9 konnte auch Jan Piosik an diesem Samstag mit seinem Auftritt  vor heimischen Publikum mehr als zufrieden sein. Mit 57:7 wurde am Ende der Berliner Rugby Club deutlich geschlagen. 

Aufstellung 78:

1 Humbert 2 Herrmann 3 Marinkovic 4 Barrass 5 Duncker 6 Hartleb 7 Johnson 8 Körner 9 Windolf 10 Kopp 11 Krull 12 Cattaneo 13 Rix 14 Müller 15 Piosik

16 Regir 17 Rosenthal 18 Gordon 19 Burgdorf 20 Simm 21 Breuste 22 Boese